Weinbranche wählt im Herbst neue Sympathieträgerin

Die Weinköniginnen trotzen der Corona-Krise: Sowohl die Wahl zur Deutschen Weinkönigin als auch die in der Pfalz werden im Herbst stattfinden, wie die Veranstalter am Freitag mitteilten.


Allerdings stellen sich nicht alle regionalen Weinköniginnen zur Wahl der Deutschen Weinkönigin am 25. September, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) und der SWR mitteilten. Nicht mit dabei sind Baden, Franken, Nahe, Mittelrhein und Saale-Unstrut. In Sachsen steht die Entscheidung dazu noch aus. In mehreren Anbauregionen wurde die Amtszeit der Weinhoheiten wegen der Absage zahlreicher Veranstaltungen um ein Jahr verlängert.


«Wir freuen uns, dass sich die Mehrheit der Gebiete für die Entsendung einer Kandidatin entschieden hat», erklärte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Sonst hätte die deutsche Weinwirtschaft ein Jahr lang ohne ihre Botschafterinnen auskommen müssen. Die amtierende Deutsche Weinkönigin Angelina Vogt (Nahe) sowie die Weinprinzessinnen Julia Sophie Böcklen (Württemberg) und Carolin Hillenbrand (Hessische Bergstraße) hätten bereits frühzeitig signalisiert, dass sie nicht für ein weiteres Amtsjahr zur Verfügung stehen könnten.


Anders als sonst wird es bei der Wahl in diesem Jahr keine Vorentscheidung geben mit der Auswahl von sechs Teilnehmerinnen für die Endrunde. Alle Bewerberinnen sind direkt für das Finale qualifiziert. Diese müssen sich zunächst einer Fachbefragung der Jury stellen, die im Internet mitverfolgt werden kann. Die Wahl am 25. September wird vom SWR live aus dem Saalbau in Neustadt übertragen. Dabei wird es wegen der geltenden Hygienerichtlinien voraussichtlich kein Saalpublikum geben.


Seit 1949 treten die Vertreterinnen der deutschen Anbaugebiete alljährlich zu diesem freundschaftlichen Wettstreit an. Auf jeden Fall mit dabei sein wollen in diesem Jahr die
Kandidatinnen aus den Anbaugebieten Ahr, Hessische Bergstraße, Mosel, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen und Württemberg.


«Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen und manchmal vor allem flexible Entscheidungen», erklärte die weinbaupolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Carina Konrad. Mit der heutigen Entscheidung sei eine Lösung gefunden worden, die für alle Weinköniginnen zufriedenstellend sei. «Die deutsche Weinwirtschaft muss also im kommenden Jahr nicht auf ihre wichtige Botschafterin verzichten.»


Die aus Weinsheim (Kreis Bad Kreuznach) kommende amtierende Weinkönigin Angelina Vogt hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Termine absagen müssen und stattdessen ihre Social-Media-Aktivitäten verstärkt. «Jetzt, in Zeiten der Kontaktbeschränkungen, baue ich meine digitale Regentschaft aus», sagte die angehende Winzerin.


Die Nachfolgerin der Pfälzischen Weinkönigin Anna-Maria Löffler soll am 2. Oktober gewählt werden, wie die pfälzische Gebietsweinwerbung, der Verein Pfalzwein, mitteilte. Die fünf Kandidatinnen sollen im Juli der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Wahl werde im Rhein Neckar Fernsehen (RNF) übertragen und setze «ein positives Signal der Normalität», sagte der Pfalzwein-Vorsitzende Boris Kranz.

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